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Das neue Editorial zum openTA-Neuerscheinungsdienst „ÜberdenTAellerrand“ steht ganz im Zeichen des Individuums. Für den Monat Dezember stelle ich drei Veröffentlichungen näher vor, die sich mit der Änderung individueller Konsummuster, Human Enhancement sowie mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen.
Kristina Kesseler setzt sich in ihrer Dissertation „Die (Ohn-) Macht des Prosumenten“ kritisch mit der Form der Mitarbeit als alternative Konsumpraktik auseinander. Während der Konsument bloßer Empfänger von Waren und Dienstleistungen ist, bringt sich der Prosumer aktiv auch in den Produktionsprozess ein. Die Autorin geht in ihrer Arbeit dabei auf die damit verbundenen, sich ändernden Rollenverständnisse ein. Handelt es sich bei dem Konzept des Prosuming um soziale Innovationsprozesse, die zur Nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beitragen? Oder werden die Mitwirkenden von Unternehmerseite unentgeltlich als Arbeitskräfte etwa zur Profitmaximierung instrumentalisiert? Zur Beantwortung dieser Fragen greift Kessler auf unterschiedliche Fallstudien zurück und berücksichtigt in ihren Analysen den global agierenden Konzern IKEA ebenso wie nachhaltigkeitsorientierte Konzepte, beispielsweise Foodsharing.
Als zweite Hochschulschrift ist die Dissertation „Projekt und Problematik einer “Perfektionierung“ des Menschen“ von Alexander Naumenko-Kühne zu nennen. Der Autor problematisiert in seiner Arbeit das Phänomen des Human Enhancement aus philosophischer Perspektive. Dabei werden zunächst die unterschiedlichen Spielarten und Möglichkeiten von Human Enhancement eingeführt. Gegenstand sind die Pharmakologie (wie beispielsweise Doping), die Gentechnik oder die Nanobiotik. Kern der Arbeit ist die philosophische Analyse. Dabei zieht der Autor beginnend mit Platon und Aristoteles über Kant, Nietzsche und Marx bis zu Heidegger und Habermas, um nur einige zu nennen, wichtige philosophische Denkschulen zurate. Aufbauend auf den umfassenden Analysen werden abschließend die „Konsequenzen der Abschaffung des Menschlichen“ im Feld des Human Enhancements hinsichtlich Freiheit, Gleichheit und Identität beleuchtet.
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Zuletzt soll auf das Werk „Das passende Leben“ von Remo H. Largo eingegangen werden. Largo ist bekannt für seine Veröffentlichungen zur menschlichen Entwicklung und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten und populärwissenschaftlicher Bücher. Das Buch ist insofern für die TA-Community interessant, als dass hier Themen aufgegriffen werden, die bspw. im Nachhaltigkeitskontext oder der Technikethik diskutiert werden. Gemeint sind die Bedingungen für ein gutes gelingendes Leben sowie die bedarfsgerechte Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Zugegebenermaßen spannt der Autor einen ziemlich weiten Bogen und startet bei der biologischen und kulturellen Evolution des Menschen, um im weiteren Verlauf auf die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit überzuleiten. Grundbedürfnisse und Kompetenzen werden von Largo ebenso angesprochen wie die zugrundeliegenden normativen Leitbilder. Letztlich geht es ihm auch um eine Reflexion der eigenen Lebenswirklichkeit und Vorstellungen.
Für die Dezemberausgabe des NED wurden aus 76 automatisch selektierten Buchtiteln aus dem Datenbestand der Deutschen Nationalbibliothek insgesamt 13 Buchttitel ausgewählt. Darunter fanden sich diesmal keine Titel von Mitgliedern des Netzwerks TA (NTA).
Die vollständige Liste der ausgewählten Titel für den Dezember 2018: