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Unterwegs in Berlin in Sachen openTA - Eindrücke und Erfahrungen - Blog

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Unterwegs in Berlin in Sachen openTA - Eindrücke und Erfahrungen

Ende Januar dieses Jahres habe ich fünf institutionelle Mitglieder des Netzwerks TA (NTA) in Berlin mit dem Ziel besucht, openTA bekannter zu machen und die Kooperation mit den NTA-Partnern auszuweiten. Berlin bot sich als Einstieg in diese „Marketing“-Aktivitäten an, sind doch 9 von insgesamt 49 institutionellen und 50 von 300 der persönlichen Mitglieder in Berlin beheimatet (siehe die Berlin-Karte).

Bei diesen fünf Terminen konnte ich über das Netzwerk TA und das Fachportal openTA berichten, die openTA-Dienste live vorführen und die Kooperationsmöglichkeiten im Einzelnen besprechen. Teilweise fanden diese Treffen im Rahmen eines „jour fix“ oder „brown bag lunch“ statt, teilweise auch im kleineren Kreise. Insgesamt konnten so rund 50 Personen erreicht werden. Weitere Berliner NTA-Mitglieder werden noch zu einem späteren Zeitpunkt besucht.

Auch andere Regionen und Institutionen wollen wir besuchen. Wenn Sie sich einen solchen openTA-Termin vorstellen können, schreiben Sie uns doch (info@openTA.net).

Den Status quo der Zusammenarbeit mit den Berliner NTA-Institutionen zeigt die folgende Tabelle. Mitglieder, die openTA-Dienste nutzen, um ihre Informationen über openTA zu verbreiten, sind mit einem x gekennzeichnet.

NTA-Mitglied

Nachrichten

Termine

Publikationen

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua)

 

 

 

Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)

x

x

(x)

Deutsches Institut für Urbanistik (difu)

x

 

 

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)

x

 

 

Institut für Ressourcenmanagement (inter3)

 

 

 

Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT)

 

x

x

Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW)

 

 

 

nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung

 

 

 

Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG)

 

 

 

Von neun Mitgliedern kooperieren bereits vier mit openTA, in dem sie mindestens einen der openTA-Dienste (Nachrichten, Termine, Publikationen) nutzen, um eigene Informationen darüber zu verbreiten. Aber die meisten Zellen der Tabelle sind noch leer und sollten gefüllt werden. Die Möglichkeiten hierfür auszuloten, auch dazu dienten die Gespräche.

Eindrücke – Diskussionen – offene Fragen

Das Interesse an openTA war groß und die Kooperationsbereitschaft ebenfalls. Das heißt nicht, dass immer ganz schnell diese Kooperationen (in Bezug auf die Zulieferung von Daten) realisiert werden können und kritische Fragen ausgeblieben wären.

Wen erreichen wir mit openTA?

Eine dieser kritischen Fragen war die nach der Reichweite, den Adressaten und Zielgruppen von openTA. Die Reichweite, im Sinne von Klicks und Seitenabrufen, haben wir bisher nicht erfasst und ausgewertet, da uns das in der Aufbauphase nicht sinnvoll erschien. Eine entsprechende Auswertung von Logfiles (also Zugriffen auf das Portal) wird es aber im ersten Halbjahr als eine der Aktivitäten der zweiten Förderphase von openTA geben.

Die Adressaten und Zielgruppen sind zunächst die Mitglieder des NTA und die TA-Community im deutschsprachigen und europäischen Raum. Darüber hinaus wollen wir alle an den Themen der TA Interessierten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erreichen. Die „TA-Themen“ sind bekanntlich breit gestreut. Wer sich z.B. für autonomes Fahren, Energiewende, Elektromobilität, social bots, Nachhaltigkeit oder Künstliche Intelligenz interessiert und Entsprechendes in einer Suchmaschine sucht, kann und soll auch bei openTA landen. Je umfangreicher und besser aufbereitet dort die Ressourcen der NTA-Mitglieder zusammengeführt werden, umso wahrscheinlicher sind solche Treffer. Was openTA nicht leisten kann, sind zielgruppenspezifische Aufbereitungen der Informationen etwa für Schüler, Laien, Studierende, Journalisten, Politiker. Das können nur die Partnerinstitutionen selbst machen oder es bilden sich hierfür freiwillige Initiativen innerhalb des NTA.

Technikfolgenabschätzung – was hat das mit uns zu tun?

Eine weitere häufig zu führende Diskussion ist die nach der Grenzziehung um das Label „Technikfolgenabschätzung“. Einige der Mitgliedsorganisationen tragen TA ja nicht im Namen oder zählen TA nicht zum Kernbestandteil ihrer Aktivitäten. TA gehört bei diesen eher zu einem Teil- oder gar Randbereich.

Das NTA hatte sich vor mehr als 12 Jahren ausdrücklich mit einem weiten, nicht ausgrenzenden Verständnis von TA gegründet. In der Gründungserklärung von 2004 hieß es dazu u.a.:

„Das ‚Netzwerk TA‘ ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Experten und Praktikern im breit verstandenen Themenfeld TA. Dieser Kreis setzt sich zusammen aus den (teils überlappenden) Bereichen Technikfolgenabschätzung, Praktische Ethik, Systemanalyse, Risikoforschung, Technikgestaltung für nachhaltige Entwicklung, Innovations-, Institutionen- und Technikanalyse, Innovations- und Zukunftsforschung und den dabei involvierten wissenschaftlichen Disziplinen aus Natur-, Technik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, den Politik- und Rechtswissenschaften sowie der Philosophie.“

Was alle Mitglieder aber gemeinsam haben, auch wenn sie sich nicht im engeren Sinn als TA-Institutionen verstehen, sind meines Erachtens die folgenden Elemente:

  • Problemorientierung: Sie wählen ihre Themen entlang gesellschaftlicher Herausforderungen und nicht in erster Linie nach internen, wissenschaftsdisziplinären Diskursen.
  • Typische gemeinsame Themenfelder mit Technikbezug: Wenn auch jedes Mitglied besondere methodische Ansätze und thematische Schwerpunkte verfolgt, so gibt es doch ein breites Spektrum gemeinsamer Themenfelder, die mehr oder weniger alle bearbeiten. Dazu gehört beispielhaft Energie, Mobilität, Internet, Stadtentwicklung, Partizipation, Nachhaltigkeit, Biotechnologie. Und es gibt kaum eines dieser Thema, in der Technik nicht eine wesentliche Einflussgröße ist.
  • Interdisziplinarität: Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass kein institutionelles NTA-Mitglied disziplinär aufgestellt ist, sondern die interdisziplinäre Zusammensetzung der Forschenden typisch ist.
  • Breiter Adressatenkreis: Natürlich wenden sich wissenschaftliche Institute an die Wissenschaft, aber die im NTA versammelten Institute typischerweise auch an Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.
  • Beratung: Mehr oder weniger alle NTA-Institute wollen durch die Beratung von Politik und anderen gesellschaftlichen Akteuren mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen wirksam sein.

Die manchmal gestellte Frage von NTA-Mitgliedern, die beispielsweise eher im ökologischen Spektrum oder im „Innovationsmanagement“ tätig sind, ob sie ihre Nachrichten oder Publikationen nach „TA“ und „Nicht-TA“ sortieren sollten, habe ich bisher immer mit „Nein“ beantwortet: Weil es kein eindeutiges Kriterium für das eine oder das andere gibt, weil der Aufwand viel zu groß wäre und weil das gesamte Spektrum der Informationen aus den jeweiligen Mitgliedsinstitutionen im Sinne der fünf oben genannten Kriterien eine Bereicherung für alle darstellt.

openTA als Innovationsmotor

Bei der Vielfalt der Mitgliedsinstitutionen, von klein zu größer, von öffentlich gefördert zu privatwirtschaftlich, von universitär zu außeruniversitär, nimmt es nicht Wunder, dass das Niveau der Präsenz im Internet ebenfalls sehr unterschiedlich ist. Doch manchmal ist man doch erstaunt, wenn man auf Web-Auftritte trifft, die vielleicht vor 15 Jahren „state of the art“ waren, seitdem aber viele Entwicklungsschübe des Internets verpasst haben. Da werden zwar regelmäßig aktuelle Nachrichten gepostet, aber ein Feed, das standardisierte Transportmittel für Nachrichten im Internet, ist nicht zu finden. Natürlich wird auf Veranstaltungen hingewiesen, aber dass diese Termine auf Mausklick in eigene Terminkalender übernommen werden könnten, wie man dies schon lange etwa auf der Website der Bahn und anderen Webseiten gewöhnt ist, wird nicht angeboten. Und die Übersicht über Publikationen, die zentrale „Währung“ im wissenschaftlichen Geschäft, ist oft unvollständig und unstrukturiert als Text auf Webseiten eingefügt, so dass eine Weiterverarbeitung und Weitergabe über bibliographische Standards und Schnittstellen nicht möglich ist.

In den jeweiligen Instituten wusste man meist, dass solche Web-Innovationen anstehen. Die von openTA angestoßenen Gespräche als hilfreich angesehen, diese dringend notwendigen Modernisierungen in Angriff zu nehmen. Nicht, um für openTA „kompatibel“ zu sein, sondern weil man damit die eigene Einbindung in die vernetzte digitale (Wissenschafts-)Welt auf ein aktuelles Niveau bringt - und sich damit auch, für die Kooperation mit openTA technisch öffnet.

Diverse Lösungsmöglichkeiten für die anstehenden Modernisierungen konnte ich vorschlagen, die oft aber erst mit den zuständigen Abteilungen, den „Technikern“, abgestimmt werden müssen. Ganz schnelle Entscheidungen sind da meist nicht zu erwarten, aber die Hoffnung, dass aus openTA Anstöße gegeben werden konnten, ist sicher nicht unberechtigt.

Kosten und Nutzen

Vor diesem Hintergrund ist die Frage danach, ob sich denn ein Engagement für openTA lohne, so zu beantworten: Die Aufrüstung der eigenen Website steht in vielen Fällen aktuell oder so oder so in absehbarer Zeit an. Wenn diese erfolgt, ist der Datenaustausch mit openTA in der Regel mit einem sehr geringen initialen Aufwand verbunden. Danach läuft das Meiste „automatisch“ – klar man muss die Dinge im Blick behalten. Warum sollte man also bei diesem geringen Aufwand, den Nutzen nicht in Anspruch nehmen, den eine weitere Verbreitungsplattform für die eigenen Informationen bietet?

Über openTA

Nach einer ersten DFG-geförderten Entwicklungsphase hat das Fachportal für das Netzwerk TA (NTA) unter dem Namen „openTA“ eine gewisse Bekanntheit in der Szene erlangt. Es gibt einen Kern von institutionellen Mitgliedern des NTA, die die Plattform bereits nutzen, um ihre Publikationen, Nachrichten und Termine – und sich selbst – bekannter zu machen. Insbesondere gibt es aber openTA-Dienste mit interessanten Inhalten, die die Nutzung von openTA als relevant erscheinen lassen. Welche Dienste sind das?

  • Der openTA-Newsdienst umfasst derzeit 3.700 Nachrichten aus dem Kreis der NTA-Mitglieder (10) und des europäischen Netzwerks der parlamentarischen TA-Institutionen, EPTA, (8). Diese können durchsucht werden. Die Aktualisierung erfolgt mehrfach tagesaktuell.
  • Der openTA-Kalenderdienst wird von 7 Institutionen bestückt. Diese institutionellen Termine werden ergänzt von einer kleinen Redaktion um weitere TA-relevante Veranstaltungen sowie Lehrveranstaltungen im TA-Kontext. Für das nächste halbe Jahr findet man zurzeit etwa 25 TA-Termine. Die Termine können selektiert werden etwa nach Calls, Workshops oder Lehrveranstaltungen.
  • In den openTA-Publikationsdienst werden monatlich von sechs NTA-Mitgliedsinstitutionen aktuelle Publikationsmeldungen aufgenommen. Außerdem wird der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek regelmäßig auf TA-relevante Buchneuerscheinungen abgefragt. Einige historische Publikationsdatenbestände ergänzen den Dienst, der zurzeit über 25.000 Nachweise enthält. Such- und Filtermöglichkeiten sind selbstverständlich. Man kann sich aber auch relevante Publikationsnachweise per Mausklick in das eigene Literaturverwaltungsprogramm importieren.
  • Die öffentlich einsehbare NTA-Mitgliederdatenbank enthält fast 50 institutionelle Mitglieder und über 300 persönliche Mitglieder, die mit Links und Adressinformationen versehen sind.

Was für die openTA-Dienste aus dezentralen Quellen zusammengeführt, aggregiert und aufbereitet wird, geschieht weitgehend vollautomatisch, unter Nutzung weit verbreiteter Standards.

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